Ischler Pfannhaus:

Pfännlein im Ischelland:

Die Gewinnung von Salz aus natürlichen Quellsolevorkommen dürfte bereits vor mehr als 1000 Jahren im Ischler Raum begonnen worden sein. In einer Urkunde aus dem Jahre 909 wird erstmals eine Ischler Salzpfanne erwähnt, von der die Nonnen der Abtei Traunkirchen Renten bezogen haben.

Über die Urgeschichte der Saline Ischl finden sich keine genau verbürgten Urkunden, jedoch wurden schon in den ältesten Zeiten von den Bewohnern einzelne zum Tag hervorbrechende Salzquellen zur Salzerzeugung benützt. Das bereits damals sehr ertragreiche Salzgeschäft wurde vermutlich schon in sehr früher Zeit in landesherrliche Rechnung übernommen.

1192 enthält eine Urkunde die Meldung, dass eine Saline in Ischl gemeinschaftlich mit Aussee zumindest teilweise auf kaiserliche Rechnung betrieben wurde. Herzog Leopold VI. schenkte in diesem Jahr dem Kloster Garsten jährlich 62 kleinere Fuder Salz von den Ischler und Ausseer Salinen.

Das in dieser Urkunde erwähnte „Pfännlein im Yschelland“ befand sich vermutlich in der nordwestlich von Ischl gelegenen Ortschaft „Pfandl“.  Man glaubt, dass die im Jahre 1839 wiederentdeckte „Maria Louisen Quelle“ schon im 13. Jahrhundert zur Salzerzeugung benützt, aber nach Entdeckung des Ischler Salzberges wieder verschüttet worden sei.

1262 scheint Ischl abermals in einer Urkunde auf. Die Urkunde besagt, dass schon damals unter König Ottokar von Böhmen ein Salzmeister in Ischl tätig war.

Von der Saline Ischl werden die Nachrichten Ende des 13. Jahrhunderts immer weniger, vermutlich weil sie damals zu wenig reichhaltig war und nach dem neu aufgeschlossenen Salzreichtum des Hallstätter Salzberges ganz vernachlässigt wurde.

Schon im Jahre 1311 hatte das Kloster Traunkirchen, welches seit 909 einen Anteil an der Ischler Saline hatte und dieselbe später auf eigene Kosten weiter betrieb, eine kaiserliche Entschädigung für die Verluste aus diesem Betrieb beantragt. Das „Pfännlein bei Ischl“ wurde im Jahre 1312 zwar noch betrieben, aber bald darauf aus unbekannten Gründen eingestellt.

Albrecht II. erlaubte am 14. März 1335 der Äbtissin des Klosters Traunkirchen, das „Pfännlein im Ischlland“, welches wegen mangelnden Betriebes und aus anderen unbekannten Ursachen gänzlich verfallen war, wieder neu zu errichten.

Obwohl die Ischler Saline nur mittelmäßige Erträge abwarf, dürfte das Stift dennoch bis zum Jahre 1412 Salz gesotten haben. Eine Urkunde aus diesem Jahr besagt, dass Albrecht V. dem Kloster Traunkirchen aus der Saline Hallstatt ein jährliches Quantum von 30 Fuder Salz schenkte, worauf das Kloster die eigene Produktion in Ischl beendete.

Der profunde Salinenhistoriker Carl Schraml war davon überzeugt, dass die in den Urkunden des vierzehnten Jahrhunderts als „Pfännlein im Ischlland“ bezeichnete Salzgewinnungsstätte nicht in Ischl stand, sondern dass damit die altbekannte Salzstätte in Hallstatt gemeint war.

Die gewaltige Vergrößerung der habsburgischen Hausmacht durch den Anfall der Kronen von Ungarn und Böhmen im Jahre 1527 und die Zurückdrängung der Einfuhr fremden Salzes in die österreichischen Länder hatte eine starke Vermehrung des Absatzes von Gmundner Salz zur Folge.

 

Daraus ergab sich die Notwendigkeit eine dritte Salzpfanne in Hallstatt zu errichten. Zu diesem Zweck wurde am 26. November 1560 eine Kommission gebildet, um Untersuchungen anstellen. Rasch erkannte man, dass die Waldungen um Hallstatt für den Ausbau des dortigen Salzsiedens nicht mehr ausreichen würden.

 

Auffindung des Ischler Salzberges:

Auf Grund dessen wurde der Vorschlag Hans Adam Praunfalk, damaliger Verweser in Aussee, welcher schon früher entdeckt hatte, dass im Gaigental „herunter der schwarzen Wand“ nicht weit von Ischl viele „gesalzene Lacken“ zu finden seien und ebenso oberhalb des Reinfalz - Angers derartige „Lacken“ vorkommen, unterstützt. Da nun auch die Umgebung von Ischl bedeutenden Sudholzstand darbot und günstige Plätze zur Erbauung eines Pfannhauses, der Pfiesel, zu Wohnungen der Arbeiter etc. hatte, so machte Praunfalk den Vorschlag, die projektierte dritte Salzpfanne in Ischl zu errichten.

Der Gmundner Salzamtmann Georg Neuhauser war mit dem Vorschlag vollkommen einverstanden. Bereits am 25. Juli 1562 beauftragte er Hans Adam Praunfalk mit etlichen Ausseer Bergsachverständigen die aufgefundenen Salzspuren zu prüfen, ob sie auch wirklich ein Salzlager anzeigen würden. Wegen der günstigen Berichte erfolgten im Beisein des Reformations Kommissiärs Christpoh Ursenbek und mehrerer Bergsachverständiger aus Hallstatt und Aussee eine zweite und am 15. August 1562 eine dritte Beschau. Dabei wurden bereits mögliche Bergaufschläge erörtert.

Der Ausseer Sachverständigen Thomas Praunfalk und Balthasar Tollinger verfassten bereits am 15. August 1562 einen Bericht an den Salzamtmann Georg Neuhauser in Gmunden.

Dieser schickte am 25. August 1562 den abschließenden Bericht an die Hofkammer in Wien, die darauf ein weiteres kommissionelles Gutachten einforderte. Auch dieses, am 25. Oktober 1562 verfasste Gutachten fiel sehr günstig aus.

Deshalb erließ Kaiser Ferdinand I. 1563 die allerhöchste Anordnung, diesen neu entdeckten Salzberg sogleich mit Arbeitern zu belegen, das wahre Salzlager aufzusuchen, die Waldungen am Reinfalz, Mitterberg und in diesen Umgebungen fleißig zu hegen, alles Schmelzen und Sieden des Vitriols gänzlich allda abzustellen und keine Waldverschwendung mehr zu dulden.

Dem höchsten Auftrag gemäß wurde am 25. Juli 1563 mit dem Mitterbergstollen der Ischler Salzberg eröffnet. 

Bei einer am 15. Oktober 1567 im Mitterbergstollen erfolgten Beschau fanden die Hallstätter und Ausseer Sachverständigen die Schachtricht mit zwei im gesalzenen Gebirge abgeteuften Sinkwerken vor. Daraus ergab sich gute Hoffnung ein bauwürdiges Salzlager aufzufinden, um in Ischl mit dem Salzsieden beginnen zu können.

 

Errichtung des Ischler Pfannhauses:

Bereits am 23. März 1569 gab Kaiser Maximilian II. den höchsten Befehl zur Errichtung eines Sudhauses in Ischl.  Zur Planung der Saline wurde sofort eine Kommission einberufen. Dieser gehörten Jakob Ginger, Kammerrat, Georg Neuhauser, Salzamtmann, Hieronimus Pengel, Einnehmer, und Christoph Sattlberger, Mauthner zu Gmunden, an. Im Jahre 1571 wurde das Ischler Sudhaus erbaut und noch im selben Jahr konnte in Ischl wieder Salz gesotten werden.

 

Beschreibung der Ischler Pfanne:

Einem 1775 gezeichneten Plan können die wichtigsten Abmessungen der Ischler Pfanne entnommen werden. Die fast kreisrunde Ischler Pfanne gehörte zum Typus der sogenannten „Österreichischen Pfannen“. Sie hatte eine Länge von 11 Klafter 3 Fuß (21,80 m), eine Breite von 10 Klafter 2 Fuß (19,59 m) und einen Umfang von 34 Klafter 4 Fuß (65,73 m). Sie wog 1.200 Zentner (67.200 kg) und fasste 2.000 Eimer (113.000 l) Sole. Die Fläche der Siedepfanne betrug 341 m². Die Tiefe der eingelassenen Sole lag bei rund 32 cm.

Die Pfanne wurde aus, teilweise in eigenen Werkstätten, den sogenannten „Stuckhütten“, hergestellten Eisenstücken zusammengenietet. Jedes dieser Stücke war 18 Zoll (47,3 cm) lang, 9 Zoll (23,7 cm) breit, 1 Linie (2,6 mm) dick und wog 9 Pfund (5,0 kg). Der Pfannenboden wurde aus den einzelnen Feuer-, Mittel- und Randstücken zusammengesetzt. Die Bleche griffen bei den Feuerstücken 6 Zoll (0,16 m), bei den Mittel- und Randstücken 3 Zoll (0,08 m) über einander; bei den ersteren lagen sie somit mindestens doppelt.

Der Pfannenboden wurde beim Nieten sehr uneben und beim Ausziehen des Salzes wurde die Ausziehkrücke nicht nur durch die zahlreichen hohen, nahe nebeneinander stehenden Nieten, sondern auch durch die Kanten der Bleche, die in der Breite bei Feuerstücken alle 4 Zoll (0,11 m) und sonst alle 7 Zoll (0,18 m) aufeinander folgen, aufgehalten.

Die Pfanne selbst stand auf 300 bis 400 Säulen von feuerfestem Ton und war über dem Feuerungsrost, weil hier die Unterstützung fehlte, mit Hacken und Stangen an das Gebälk des Sudhauses aufgehängt. Längs des Randes der Pfanne verlief eine etwa 6 Schuh (1,7 m) hohe Mauer, welche das Feuer einschloss. Der Herd unter der Pfanne war offen, die Wucht der Flammen wurde bloß durch die Tonsäulen einigermaßen gehemmt. Der kesselförmige Rost bestand aus quergelegten, bis zu 3 ½ Zoll (0,09 m) voneinander entfernten Stäben aus feuerfestem Ton oder aus Schmiedeeisen. Die Verbrennungsluft trat durch den unter dem Rost befindlichen Aschenfall direkt ein.

Die Pfanne war unbedeckt. Im Dachstuhl war eine 40 bis 60 Schuh (11,4 – 17,2 m) lange, einige Schuh hohe Öffnung, der sogenannte „Feuerhut“, durch welchen der Dampf entweichen konnte.

An der feuerungsabgewandten Seite der Pfanne lag die „Pehrstatt“, an der das auskristallisierte, zu Boden gefallene Salz mit hölzernen Ausziehkrücken auf den, am Pfannenrand liegenden „Pehrstattboden“ gezogen wurde. Dort wurde das nasse Salz von den Stößern in hölzerne Kufen gefüllt und mit dem Fuderstößel verdichtet. Die Kufen waren konisch verkehrte, kegelstumpfförmige Holzgefäße. Nach dem Verdichten des Salzes wurden die Kufen umgedreht, der noch feuchte, als „Fuder“ bezeichnete Salzstock mit feuchtem Salz ausgebessert und nach 6 Stunden vom Fuderträger in die Trockenkammer zur Ausdörrung getragen.

Neben der Pfanne befanden sich die, als „Pfiesl“ bezeichneten, Trockenkammern. Dies waren heizbare Dörr- oder Trockenstuben zum Trocknen des feuchten Fudersalzes. Die Ischler Pfiesel bestanden aus 19 m langen, 4,6 m breiten und 10,3 m hohen Räumen, welche in 2 gleiche Etagen abgeteilt waren. In der oberen Etage erfolgte die Salztrocknung und in deren unteren die Feuerung aus großen gewöhnlichen Öfen mit freier Rauchausströmung. Die Dämpfe und Hitze strömten einfach aus den im ersten Stock befindlichen Fenstern ins Freie hinaus.

Die fertigen, als Fuder bezeichneten Salzstöcke waren Kegelstümpfe von 1 m Höhe, 46 cm unteren und 25 cm oberen Durchmesser. Sie wogen 120 bis 140 Pfund (67,2 – 78,4 kg); das Trockengewicht sollte vorschriftsmäßig 115 Pfund (64,4 kg) betragen, stieg aber oft bis 120 Pfund (67,2 kg). Jedes Auspehren der Pfanne lieferte durchschnittlich 40 Stück Fuder.

1815 wurde in Ischl der Antrag an die Hofkammer gestellt, anstatt der alten großen Fuder kleine Füderl von 16 bis 18 kg erzeugen zu dürfen, was schließlich ab 1833 auch genehmigt wurde.

Nach der Trocknung wurden die Fuder von den „Salzfertigern“ übernommen. Die Salzfertiger „als zur Salzabfuhr gedungene Leut“, standen in kaiserlichen Diensten zum Salzverschleiß. Ihre Befugnisse reichten bis auf die von Königin Elisabeth 1311 verliehenen Bürgerrechte zurück. Salzfertiger gab es in Hallstatt, Lauffen, Ischl und Gmunden.

Der Salzsud musste bei allen Verwesämtern zur Vornahme der nötigen „Zurichtarbeiten“ am Ende jeder Woche unterbrochen werden. Dabei wurden die Pfannenbleche mit „Kalkbrod“ (Gemisch aus Löschkalk, Sole und Werg) neu abgedichtet sowie der sich während des Siedens ständig bildende Pfannenstein entfernt. Der Pfannenstein, ein Gemisch aus Gips und Salz, setzte sich in dickeren Lagen hauptsächlich an jenen Stellen des Pfannenbodens an, wo die stärkste Hitze herrschte. Er beeinträchtigte als schlechter Wärmeleiter das Ausbringen von Salz, und bedingte so auch häufigere Reparaturen der Pfanne.

Versuche das Sieden über den Sonntag hinaus in die zweite Woche fortzusetzen schlugen meistens fehl, weil der zu starke Pfannkernansatz den Salzausfall stark behinderte. Die Hofkammer entschied sich für einen Versuch erst ab 1783 gelang es, bei allen drei Verwesämtern das ununterbrochene, zweiwöchigem Sieden erfolgreich einzuführen. Es blieb fortan bei der zweiwöchigen Siedeperiode mit einer kurzen Unterbrechung bloß an jedem zweiten Sonntag. Die länger dauernde „Hauptzuricht“, bei der auch Pfannenbleche ausgetauscht wurden, kehrte in der Regel regelmäßig wieder.

 

Brennstoffbedarf der Ischler Pfanne:

Der Holzbedarf der Pfannen war enorm. Alleine die Ischler Pfanne benötigte jährlich ca. 38.500 Raummeter Brennholz, um durchschnittlich 6.000 t Salz erzeugen zu können. Mit 400 kg Gewicht eines Raummeters lufttrockenen Fichtenholzes ergab sich ein Jahresverbrauch von 15.400 t Holz. 1 Raummeter Holz lieferten somit lediglich 39 kg Salz.

Die Salzproduktion der Ischler Pfanne stieg stetig an. Sie lag 1656 bei 6.720 t und 1790 bereits bei 20.280 t.

Bedingt durch die stark zunehmende Produktion, war gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Sorge um die Aufbringung des jährlichen Holzbedarfes beängstigend geworden. Zu den Mitteln, die wachsende Holznot zu steuern, gehörte auch die Verwendung von Torf an der Stelle von Holz zur Salzdörrung. Beim Verwesamt Ischl standen mehrere Torflager (Filzmoos, Wichingmoos und eines in der Rothau) in Verwendung. Im Jahre 1813 wurden aus diesen Torflagern an die 1.300.000 Ziegel gestochen. Die Torffeuerung wurde wegen mangelnden Erfolges 1844 wieder beendet.

Der Verkauf der beim Sudbetrieb anfallenden Holzasche war ein gutes Nebeneinkommen der Verweser, das die Hofkammer Anfang 1826 grundsätzlich einstellte. Der Erlös der vom Amt verkauften Asche war direkt mit diesem zu verrechnen. Der Aschenanfall hing natürlich vom Umfang des Sudes ab Ischl konnte 1826 noch 320 Metzen (26,6 m³) Asche verkaufen. Abnehmer waren die Seifensieder der näheren Umgebung.

Bereits 1760 gelang dem Salinendirektor von Hall, Josef v. Menz ein neues Salzerzeugungsverfahren zu entwickeln. Mit der neuen „Tiroler Pfanne“ war nun eine weitgehende Ausnutzung der Verbrennungswärme möglich, wie z. B. durch Solevorwärmung und beim Dörren des Salzes in eigenen Pfannen. Zudem wurde die neue Abgasführung das Salz nicht mehr durch die Heizgase verunreinigt und es war möglich auch mineralische Brennstoffe, wie etwa Braunkohle, zu verfeuern. Da sie einen gravierenden Abbau von Arbeitsplätzen befürchteten, konnten die Pfannhauser im Kammergut die Einführung dieser neuen Technologie lange hinauszögern. Erst 1796 konnte sich das neue Verfahren mit der Errichtung einer „Tiroler Pfanne“ in Ebensee durchsetzen.

 

Errichtung des Tiroler - Sudwerks in Ischl:

Die guten Erfolge mit der von Sudhüttenmeister Lenoble gebauten Tiroler Doppelpfanne in Ebensee bewogen die Hofkammer im Jahre 1823 auch in Ischl ein ähnliches Sudhaus ausführen zu lassen und Lenoble mit der Bauleitung zu betrauen. Die Bauarbeiten zogen sich in die Länge. 1829 waren bloß das Mauerwerk und das Dach sowie die Umfassungsmauer an der Grundstücksgrenze fertiggestellt, die innere Einrichtung fehlte noch und wurde erst 1830 nachgeholt. Im März 1831 genehmigte die Hofkammer nachträglich die vom Verwesamt vorgenommenen Abänderungen des Bauplanes und der technischen Ausstattung. Die wichtigste Änderung war eine vom Holzaufsatzplatz an der Traun zum Sudwerk geplante Eisenbahn zur Erleichterung des künftigen Brennholztransportes.

Schließlich konnte das neue Sudhaus, das sogenannte „Tiroler Werk“, 1833 in Betrieb genommen werden. 1840 erfolgte der Anbau eines eigenen Dampfbades für Inhalationen auf Initiative von Dr. Wirer.

 

Beschreibung der Tiroler Pfanne:

Die Tiroler Pfanne der Ischler Saline besaß eine Fläche von 1755 Quadratfuß (175,3 m²) bei 8 Klafter (15,17 m) Länge und 6 ½ Klafter (12,32 m) Breite. 

Sie besaß zwei Feuerungen an einer der zwei langen Pfannenseiten, beide mit Rosten aus Ziegelgurtbögen, welche der Länge nach den Aschenfahl überspannten. Als alleiniger Brennstoff diente Holz.

Der Abdeckmantel lag 7 ½ Fuß (2,21 m) über dem Pfannenboden und war horizontal angeordnet. Die Dämpfe verbreiteten sich ungehindert im ganzen Raum um die Pfanne, nur die Pehrseite war durch die vom Mantel herabhängenden Leinwandgardinen ein wenig geschützt.

Gegenüber der Pehrseite, über der Feuerseite befand sich neben der Pfanne ein 20 Fuß (6,32 m) langer und 2 Fuß (0,63 m) breiter Dunstfang, der ein wenig über das Dach des Sudhauses hinaufführte. Damit konnten die Dämpfe dieser Pfanne für das mit dem Ischler Solbad verbundene Dampfbad benutzt werden.

Ein Sud der Tiroler Pfanne dauerte 3 bis 4 Wochen. Alle 3 Stunden wurde ausgepehrt, dies dauerte ungefähr 1 Stunde.

Bei der Feuerung waren insgesamt 3 Mann beschäftigt, von denen immer 2 anwesend sein mussten. Schichtenwechsel war alle 6 Stunden. Die Pfanne selbst wurde von 16 Mann bedient, von denen immer 8 tätig waren und nach 6 Stunden abgelöst wurden.

Die Tiroler Pfanne, später als Erzherzog Franz Carl Werk bezeichnet, war 1833 gerade rechtzeitig in Betrieb gegangen, als die alte österreichische Pfanne ihren Dienst versagte. Sie war in allen Teilen baufällig und besonders der Dachstuhl so morsch und schlecht, dass er täglich zusammenzubrechen drohte.

E

rrichtung des Kolowrat – Sudwerks in Ischl:

Auf Veranlassung der Hofkammer wurde 1834 das Kolowrat – Sudwerk an Stelle der alten Ischler Pfanne, dem sogenannten „Österreicher – Werk“, errichtet.

Folgende technische Neuerungen wurden mit dem Kolowrat - Sudwerk umgesetzt:

  • Eine Saugpumpe zum Heben der Sole aus den Solestuben in die Pfanne.

  • Eine Aufzug- und Ablassmaschine für das Salz.

  • Eine hängende Eisenbahn zur Überlieferung des gedörrten Salzes in das Magazin und von da zur Versendung.

  • Eine liegende Eisenbahn in den ebenerdigen Räumen bis zum Anlandeplatz bei den Schiffen.

  • Eine Brückenwaage für das aus den Dörren und dem Magazin kommende Salz.

Der im Juni 1835 vorgenommene Probesud fiel sehr befriedigend aus, auf der Schicht waren insgesamt bloß 21 Mann beschäftigt. Die Doppelpfanne wurde auf den Namen Graf Kolowrat getauft. 

Das unter der Leitung des Ischler Verwesers Karl von Plentzner errichtete Kolowrat - Sudwerk wurde nach denselben Ideen wie das neue Sudhaus in Ebensee gebaut:

2 Lichthöfe, im mittleren, größeren Teil des Gebäudes 2 Plentznersche Pfannen (1 „Doppelpfanne“), und an beiden Seiten, durch die Lichthöfe getrennt, rechts die Pultfeuer – Dörrpfiesel und links die Solestuben.

7 Solestuben, welche zusammen 10.150 Kubikfuß (320,74 m³) fassten, lagen in einem sehr großen Saal, der einen Flügel des Sudhauses Kolowrat bildete, nebeneinander.

 

Beschreibung der Kolowrat – Pfanne:

Die Pfanne Nr. 1 war 62 ½ Fuß (19,75 m) lang und 29 1/3 Fuß (9,27 m) breit, und mit 22 Zoll (0,58 m) tiefen und oben 3 Fuß (0,95 m) breiten Pehrsäcken versehen. Die Sole – Füllhöhe in der Pfanne war durchschnittlich 12 Zoll (0,32 m); zur Beobachtung derselben diente ein Schwimmer.

Der Pfannenboden war aus 42 Zoll (1,11 m) langen und 16 Zoll (0,42 m) breiten Blechen zusammengenietet, welche 2 Zoll (0,05 m) übereinander griffen. Man verwendete selbst angefertigte Nieten an, die vor der Vernietung erwärmt wurden. Auf jede Tafel kamen 54 Stück Nieten.

Die Pfannenfläche der Doppelpfanne lag bei 3687 Quadratfuß (368,2 m²).

Der Pfannenmantel bestand aus einer horizontalen Brettverschalung. Laden waren nur an der Pehrseite vorhanden.

Die Feuerung bestand aus 4 nebeneinander liegenden Pultöfen, welche an der kurzen Seite der Pfanne lagen und ungefähr auf ¼ der Länge unter letztere vorgeschoben waren. Man verbrannte darauf Holzscheiter von 3 Fuß (0,95 m) Länge. Die Holzauflage bestand aus Ziegelsteinen, ein Rost war nicht vorhanden. Die heißen Gase zogen vom Urende, der Rauchabzugsseite der Pfanne, über Rauchkanäle direkt in die Sudfeuer – Dörren, die nicht mehr eigens beheizt werden mussten.

Von der Pehrstatt wurde das Salz im Salztrog bis auf die untere Sohle gestürzt, wo die hölzernen Kufen zur Einfüllung des feuchten Salzes standen. Der Salztrog war 10 ½ Fuß (3,32 m) hoch und unten mittels 3 ½ Fuß (1,11 m) hoher Klappen zu öffnen.

Die bei den neuen Pfannen eingebauten Pultfeuerungen führten zu einer wesentlichen Verringerung des Holzverbrauches. Mit 1 Pfund Brennholz erzielte man 1851 im Kolowrat – Sudhaus 1,25 Pfund sowie auf der Tiroler Pfanne 1,24 Pfund Salzerzeugung.

Eine weitere, wesentliche Einsparung an Brennholz brachte die Einführung der Solevorwärmung durch die von der Pfanne abziehenden Dämpfe. Der bei der Saline Ischl eingesetzte Vorwärmer wurde in den außerhalb der Pfanne positionierten Dunstabzugskaminen installiert.

Die Vorwärmgeräte bestanden aus großen eisernen Plattenpaaren, in deren Zwischenräumen sich abwechselnd Sole und Abdampf befanden. Die Konstruktion gestattete eine sehr kompakte Bauform, die sich leicht in die vorhandenen Dunstabzugskamine einbauen ließ. So konnte die Sole vor Eintritt in die Pfannen auf 40 – 50° C vorgewärmt werden.

Eine wichtige Neuerung im Bau der Sudpfannen bedeutete die Einführung der Kesselnietung. Den ersten Anstoß dazu gab der Ischler Verweser Plentzner im Jahre 1840, der diese Blechverbindung in der Saline Rappenau in Baden Württemberg erstmals gesehen hatte. Ihr gegenüber war die bisherige Stuckarbeit der Grobschmiede schwerfällig, teuer und verschwenderisch. Die Feuerstücke über dem Ofen wurden mit dreifachem Übergriff der Bleche geschlagen. Selbst damit war ein wasserdichter Abschluss der Bleche nicht zu erzielen, die Fugen mussten noch zusätzlich mit „Kalkbrod“ (Gemisch aus Löschkalk, Sole und Werg zum Abdichten) übergossen werden.

 

Produkte der Ischler Pfannen:

Mit dem kleineren, 1823 in Betrieb gegangenen Tiroler Sudwerk und dem größeren, 1834 erbauten Kolowrat Sudwerk konnten in Ischl innerhalb 24 h ungefähr 900 Zentner (50.400 kg) Sudsalz erzeugt werden.

In Ischl wurde in den neuen Pfannen zweierlei Salz gemacht, nämlich Halbfuderl im Tiroler - Werk, welche später zum Verkauf zerkleinert und in Fässer verpackt, daher nur locker in den Kufen festgestoßen und nur oberflächlich abgeputzt wurden, und Fuderl im Kolowrat - Sudwerk, welche zur Versendung ohne Verpackung bestimmt waren, daher sehr fest gestoßen und sorgfältig geputzt werden mussten. Letztere waren etwas niedriger und leichter, weil nämlich durch das festere Stampfen mehr Wasser herausgepresst wurde, und bei dem sorgfältigen Putzen mehr Salzabfall entstand.

Die Halbfuderl wogen (trocken) in der Regel 31 Pfund (17,34 kg), die Fuderl 30 Pfund (16,80 kg). In den Dörrpfieseln erhielten erstere weniger Hitze wie letztere.

Das Kolowrat – Sudhaus war sowohl mit Sudfeuer- wie mit Pultfeuerdörren zur Trocknung der Salzstöcke versehen.

Die Sudfeuerdörren wurden durch den von beiden Pfannen abziehenden Strom heißer Gase über Zirkulierzüge unter dem aus Eisenblech bestehenden Böden der Pfiesel beheizt. Jedes der 12 Pfiesel fasste 500 Stück Fuderl von durchschnittlich 31 Pfund (17,36 kg) Gewicht, welche in 8 bis 10 Tagen abgedörrt wurden. Für eine gute Dörrung mussten die Gase mit durchschnittlich mindestens 250° C die Pfanne verlassen.

Außerdem waren noch 5 beheizbare Pultfeuerdörren installiert, deren jede 1.900 Stück Fuderl fasste. Da in diesen Pfieseln die Hitze nach Belieben gesteigert werden konnte, benutzte man sie vorzugsweise zur Dörrung der Fuderl, die eine stärkere Hitze als die Halbfuderl benötigten, für welche die Sudfeuerdörrpfiesel zur Verfügung standen.

Pfannenpersonal:

Jedes Sudhaus hatte sein eigenes Personal, im Kolowrat - Werk waren 88, im Tiroler - Werk 20 Mann beschäftigt. Der größere Mannschaftsbedarf bei der Füderlsalzerzeugung ergab sich aus den vielen Nacharbeiten, dem Stoßen, Dörren und Putzen der Füderl, deren Eintragen in das Magazin, Wägen und Nummerieren. 

Folgende Tätigkeiten wurden im Kolowrat - Werk verrichtet:

Oberpehrer (1 Mann/Schicht): 

Beobachtete die Pfannenfüllung und regulieret dieselbe, begann mit der halblangen Krücke mit dem Salzausziehen von der Urendseite bis zur mittleren Ofensäule, nahm die kurze Krücke und zog das Salz in den Pehrgraben.

Unterpehrer (1 Mann/Schicht):                                                                                                                     

Verrichtete dieselbe Arbeit wie der Oberpehrer, auf der zweiten Hälfte der Pfannen von der Schürseite bis zur mittleren Ofensäule, statt der Regulierung der Pfannenfüllung oblag ihm die erzeugten Stücke Salz abzuzählen.

Vorzieher (2 Mann/Schicht):                                                                                                                                     

Diese 2 Mann fingen 15 Minuten früher als der Ober- und Unterpehrer an, zogen mit der langen Krücke das Salz von der Umstreichseite bis in die Mitte der Pfanne durch 2 Gänge.

Salzausfasser (3 Mann/Schicht):                                                                                                                          

Diese fassten mit großen Blechschaufeln das Salz aus dem Pehrgraben in die hölzernen Kufen.

Stösser (4 Mann/Schicht):                                                                                                                                    

Stießen mit hölzernen Stößeln das Salz fest in die Kufen.

Schürer (3 Mann/Schicht):                                                                                                                                    

Wechselten in 12 stündigen Schichten, besorgten die sorgfältige und gleichmäßige Beheizung der Pfannenöfen und das Glutziehen.

Solepumper (1 Mann/Schicht):                                                                                                                           

Hatte die Tropfsole aus den Fudertrögen und die zufließende Kernsole (d. h. den in einem besonderen Behälter in süßem Wasser aufgelösten Salzstein aus der Pfanne) mittels der Saugmaschine in die Pfanne aufzupumpen.

Fuderlputzer und Helfer I. Klasse (5 Mann/Schicht):                                                                                           

Hatten in jedem 2 stündlichen Auspehren 24 bis 26 Stück Fuderl zu putzen und nach beendigten Putzen die Fuderl gemeinschaftlich mit den Helfern zur Dörrung zu tragen.

Fuderlputzer II. Klasse (4 Mann/Schicht):                                                                                                          

Hatten 24 bis 26 Stück Fuderl zu putzen, helfen aber nicht bei der Vertragung des nassen Salzes.

Helfer II. Klasse (4 Mann/Schicht):                                                                                                                    

Hatten bei jedem Auspehren wechselweise die Fudertröge zu reinigen, die leeren Kufen einzustellen und das im Fudertroge und auf der Pehrstatt befindliche Abfallsalz einzuscharren. Weiters das nasse Salz gemeinschaftlich mit den Putzern I. Klasse in die Urenddörren oder Kanalpfiesel zu tragen. Außerdem die gewaschenen Kufen gemeinschaftlich mit den Fuderlputzern vom Brunnentrog in die Fudertröge zu überbringen und gehörig einzustellen.

Setzer (1 Mann/Schicht):                                                                                                                                     

Wechselten in 12 stündigen Schichten, weil wegen der großen Hitze in den Dörrstätten der gewöhnliche Wechsel unzureichend ist; setzten das Salz in den Dörrstätten mit Behutsamkeit ein und hatten bei Reinigung der Auswüchse, welche bei der Dörrung an den Fuderln entstehen, den Unrat zu beseitigen.

Dörrputzer (1 Mann/Schicht):                                                                                                                                

Putzten mit möglichster Schonung die Urenddörren und Kanalpfiesel.

Dörrer (2 Mann/Schicht):                                                                                                                                          

Hatten die Dörren stetig zu beobachten und öfters den Dampf aus den Dörren abzulassen.

Pfieselheizer (1 Mann/Schicht):                                                                                                                          

Außer ihrer eigentlichen Beschäftigung, nämlich dem Vergüten der Kernsole (d. h. Umrühren des aufzulösenden Salzkerns in Wasser, um die Kernsole zu bilden) leisteten sie Aushilfe beim Kufenwaschen und beim Abschneiden und Hacken des Pfieselsalzes.

Holzeinträger (4 Mann/Tagschicht):                                                                                                                          

Hatten nur Tagschichten. Die Bahnfuhrleute fuhren das Holz von den verschiedenen Aufsatzplätzen herbei, welches dann die Einträger in den Sturz trugen.

In Summe wurden auf beiden Schichten im Kolowrat – Werk ohne Aufsichtspersonal insgesamt 72 Mann beschäftigt.

Einführung der Kohlefeuerung auf den Ischler Pfannen:

Ab 1879 wurden nach der 1877 erfolgten Eröffnung der Kronprinz Rudolf Bahn erste Versuche mit der Verfeuerung von Wolfsegger - Braunkohlen auf den Treppenrosten der Ischler Pfannen durchgeführt. Die Versuche verliefen sehr erfolgreich. Mit 100 kg Braunkohle wurden 140 kg Salz gewonnen. Früher lieferten 1 Raummeter Brennstoff Holz lediglich 39 kg Salz.

1886 wurde als wesentliche Verbesserung zur Verbrennung der feinstückigen Braunkohle die Gasfeuerung auf allen Pfannen eingeführt. Mit Hilfe dieser Neuerung konnte ab 1888 im Ischler Pfannhaus die Braunkohle vollständig das Holz als Energieträger ersetzen.

Bei der Gasfeuerung wurde die Kohle anfangs unter Sauerstoffmangel unvollkommen verbrannt. Die vollständige Verbrennung der aus den Ofenmündungen entweichenden Gase erfolgte erst nach Zuführung der vorgewärmten Verbrennungsluft. Gasöfen hatten gegenüber der Rostfeuerung den Vorteil, dass durch das Nachfüllen des Brennmateriales keine Störung des regelmäßigen Verbrennungsprozesses eintrat. Weiters konnten nun in den Öfen auch feinstückige Brennmaterialien eingesetzt werden, die sich bei der Rostfeuerung nicht verbrennen ließen, da sie durch die Rostfugen hindurchfallen oder durch starkes Aufschütten den Luftzug gänzlich verhindert hätten.

Neben der Füderlsalzproduktion im Kolowrat – Werk wurde auf der Pfanne des Erzherzog Franz Carl Werkes, dem ehemaligen Tiroler Werk, seit 1892 erstmals Blanksalz erzeugt. Ein Teil des Blanksalzes wurde mittels einer im Jahre 1895 aufgestellten hydraulischen Salzpresse auf Briquettes umgearbeitet.

 

Situation der Ischler Pfannen um 1900:

1900 wurden im Ischler Pfannhaus in 2 Sudhäusern und auf 3 Pfannen mit 547 m² Bodenfläche, in 13 Sudfeuerdörren mit 446 m³ Rauminhalt und in 2 beheizbaren Plandörren mit 128 m² Flächenraum sowie auf 1 Salzbriquettespresse insgesamt 13.117 t Salz erzeugt. Dazu waren 10.100 t Wolfsegger Braunkohle nötig. Insgesamt wurden in der Ischler Sudhütte um 1900 9 Meister sowie 203 Hüttenarbeiter beschäftigt.

Im Zuge der Hauptzuricht 1912 wurden die beiden Pfannen des Kolowrat – Werkes abgetragen und erneuert.

 

Ischler Pfannen nach Gründung der österreichischen Salinen:

Natürlich war auch die Ischler Saline von den Entwicklungen nach dem Ersten Weltkrieg stark betroffen. Der Sudbetrieb konnte nur noch mit einer Pfanne weitergeführt werden, viele Salinenarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz.

Warum die Ischler Saline nicht gänzlich aufgelassen wurde, dürfte mehrere Gründe gehabt haben: Einer davon war sicherlich, dass die Soleleitungen von Altaussee, Hallstatt und dem Ischler Salzberg zusammenliefen, über die auch das Solvay Werk in Ebensee seit 1900 beliefert wurde. Zudem waren die Einrichtungen des Ischler Sudbetriebes knapp vor Beginn des Ersten Weltkrieges auf dem neuesten Stand der Technik (Einbau von Solewärmöfen, Auswechslung der Kohlengasfeuerung durch Treppenrostfeuerung, Bau von Kanaldörren usw.) gebracht worden. Ein wesentlicher Punkt war außerdem, dass die Holztriftanlage des Rettenbaches nach wie vor intakt war und man im Krisenfall kurzfristig von Kohle- auf Holzfeuerung umstellen konnte.

Nach Wegfall der Absatzmärkte in Böhmen nach dem 1. Weltkrieg produzierte man im Ischler Pfannhaus auf den 2 verbliebenen Pfannen jährlich nur mehr zirka 10.000 t Salz.

Ab 1926 stand davon nur eine Pfanne in Betrieb. Durch Exportlieferungen nach Ungarn und Jugoslawien konnte im Herbst 1933 auch die zweite Pfanne wieder unterfeuert werden. Im gleichen Jahr begann auch der Abriss des veralteten Franz Karl Sudhauses (ehemals Tiroler - Werk).

Ab 1935 wurde auf der Ischler Doppelpfanne nur mehr loses Blanksalz produziert.

 

Ischler Pfannen im 2. Weltkrieg:

Im Jahre 1938 verlor Österreich durch den Anschluss an das Dritte Reich das staatliche Salzmonopol. Damit waren jene Betriebe, die infolge hoher Gestehungskosten der aus armen Haselgebirge gewonnenen Sole und infolge des Sudes in veralteten Feuerpfannen das Salz zu teuer erzeugten, der Konkurrenz deutscher Salinen nicht gewachsen.

Auch die Saline Bad Ischl war in ihren Einrichtungen veraltet, weshalb der Betrieb eingeschränkt wurde. Im April 1944 erfolgte die Stilllegung des Sudbetriebes. Die geeigneten Räume des Sudhauses fanden als Ausweichlager der Wehrmacht Verwendung. Es ist ungeklärt, ob außer der Hütte auch der Salzbergbau stillgelegt werden sollte.

Es waren politische und soziale Gründe die zur Wiederinbetriebnahme der während der Kriegszeit geschlossenen Sudwerke Hall in Tirol, Hallstatt und Bad Ischl führten. Bereits im Herbst 1945 wurde daher auch das Ischler Sudwerk wieder reaktiviert, obwohl den Verantwortlichen durchaus klar war, das auf Dauer eine wirtschaftlich vertretbare Betreibung dieser drei kleinen, veralteten Salinen, nicht möglich sein würde.

 

Umbau des Ischler Pfannhauses:

Die zu geringe Produktivität und die ständig steigenden Kosten für Energie und Löhne führten zu Rationalisierungsmaßnahmen, die ohne Umbau des Ischler Sudbetriebes nicht durchzuführen waren. 1951 erfolgte die Einstellung des Sudbetriebes bei der Pfanne 1, acht Monate später wurde auch die veraltete zweite Sudpfanne stillgelegt und mit der Abtragung des ganzen Traktes begonnen. Eine Befeuerung nach dem neuesten Stand der Technik und eine Teilmechanisierung des Sudbetriebes wurden beim Neubau der Pfannen verwirklicht. Finanzminister Dr. Kamitz übergab 1954 das neue, moderne Sudhaus seiner Bestimmung.

Obwohl die bekannten Verdampferanlagen mit geschlossenen Apparaten, sei es nach dem Vakuumprinzip oder dem der Wärmepumpe, wärmetechnisch und damit wirtschaftlich ungleich günstiger arbeiten, hatte man in Ischl bewusst wieder offene Feuerpfannen aufgestellt; gestattete doch dieses Verdampfungsverfahren alleine die Herstellung von Grobsalz bis 1 mm Körnung und darüber, jener weißen bis glasklaren Kristalle, die gerade auf dem Sektor Speisesalz so sehr beliebt und im Bereiche des Gewerbesalzes bevorzugt waren.

Natürlich wurden der Salzauszug aus den rechteckigen Pfannen, der Salztransport im Sudhaus sowie die Kohlebeschickung der Feuerungen weitestgehend mit Kraftschaufeln, Kratzern, Schleuderband und Hebevorrichtungen mechanisiert.

 

Schließung des Ischler Pfannhauses:

Im letzten vollen Produktionsjahr konnten im Ischler Pfannhaus noch 7.303 t Grobsalz hergestellt werden. Am 2. April 1965 wurde nach 394 Jahren die Ischler Sudhütte endgültig geschlossen.

Nur 11 Jahre nach dem Umbau wurden beide Pfannen in Ischl kaltgestellt und die Sudeinrichtungen demontiert. Das Salzmagazin im Westtrakt wurde bereits 1962 an die Pfarre Bad Ischl verkauft und durch das Pfarrheim ersetzt.

Verwendete Quellen:

August Aigner „Die Salinen der Alpen in ihrer geschichtlichen Entwicklung“, BHW, 1888

August Aigner „Die alpinen Salzsiedewerke am Ende des neunzehnten Jahrhunderts“, BHW, 1898

                August Huysen „Salzbergbau und Salinenbetrieb in Österreich, Steiermark und Salzburg“, Berlin 1854

                Georg Kanzler „Ischls Chronik“, Ischl 1881, Reprint Bad Ischl 1983

F. X. Mannert „Von Ischl und den Ischlern …“, Bad Ischl 2012

Maria Mittendorfer „Die Liquidation der Saline Hall“, Beiträge zur alpenländischen Wirtschafts- und Sozialforschung, Folge 92, Innsbruck 1970

Ivo Rotter „Ischls Salzsegen“, Bad Ischl 1962

Anton Schauenstein „Denkbuch des österreichischen Berg- und Hüttenwesens“, Wien 1873

Carl Schraml „Das oberösterreichische Salinenwesen vom Beginne des 16. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts“, Wien 1932

Carl Schraml „Das oberösterreichische Salinenwesen von 1750 bis in die Zeit nach den Franzosenkriegen“, Wien 1934

Johann Steiner „Der Reisegefährte durch die Oberösterreichische Schweiz“, Linz 1820, Reprint Gmunden 1981