Einwässerung:

Unter Einwässerung versteht man das Füllen der Wehren mit Wasser zur Erzeugung von Sole.

 

Zum Einwässern wird neben in der Grube angefahrenen Wässern auch Wasser von außerhalb der Grube, z. B. Bachwasser, verwendet und hierzu in einer Einwässerungsleitung in den Salzberg hineingeleitet.

 

Die Einwässerungsleitungen baute man anfangs aus Holzrohren. Dazu wurden dünne, astfreie Baumstämme, meist Lärchen, mit Bohrern („Deichelbohrer“) der Länge nach aufgebohrt. Der Innendurchmesser der Holzrohre lag bei 80 – 100 mm, in Ausnahmefällen bis 130 mm, die Länge von 1 Klafter (1,9 m) bis 15 Fuß (4,7 m). Die Rohrverbindungen wurden durch Einfetten mit tierischen Fetten („Unschlitt“) und durch Umwickeln mit Flachs („Werch“) dichtgemacht.

 

Der 1563 als erster Stollen des Ischler Salzberges eröffnete Mitterberg – Stollen erschrottete nach Durchörterung des Salzlagers in den kalkigen Deckschichten starke Wasserzuflüsse, deren Gewältigung große Schwierigkeiten bereitete. Der Wasserzufluss war so groß, dass zusätzlich 7 Stabel (8,4m) oberhalb des Mitterberg – Stollens der erste Wasserstollen angelegt und auf 93 Stabel (111,1m) Länge vorgetrieben werden musste.

Der Wassereinbruch erfolgte bereits 1596 und die Menge des angefahrenen Wassers vermochte sogar ein Mühlrad anzutreiben. Trotz aller Mühe war es nicht möglich gewesen, die Einbruchstelle zu finden und abzudämmen. Man musste sich schließlich begnügen, die Raubwässer auf der Hauptschachtricht zusammenzufassen und in Rinnwerken zutage zu leiten.

 

Das angefahrene Bergwasser konnte jedoch zur Befüllung der 3 im Mitterberg – Stollen angelegten Schöpfbaue bzw. Ablasswehren verwendet werden. Zur Befüllung musste das Wasser in Holzröhren zu den Bauen geleitet werden. Auch die 6 im Alten Steinberg – Stollen angelegten Schöpfbaue konnten, über den vom Mitterberg – Stollen hinabführenden Hauptschurf, mit Wasser versorgt werden.

Der Mitterberg – Stollen war um 1656 schon ausbenützt und diente nur noch der Ausleitung der Grubenwässer. 1689 wurde der Mitterberg – Stollen schließlich gänzlich verlassen.

 

1567 wurde der Lipplesgraben – Stollen als ersten Stollen auf das Pernecker – Lager angeschlagen. In diesem Stollen wurden 5 Schöpfbaue angelegt. Zur Einleitung des bei der Anwässerung nötigen Süßwassers musste oberhalb des Lipplesgraben – Stollens auf 1.024m Seehöhe am Rainfalz der „Niedere Wasserstollen“ angeschlagen werden. Der Niedere Wasserstollen war 75 Stabel (89,4m) lang im tauben Gebirge vorgetrieben und über einen 31 Stabel (37,0m) langen Einwässerungsschurf mit der im Lipplesgraben – Stollen befindliche Neuhauser – Kehr verbunden worden. Das Süßwasser wurde bei einer am Tag oberhalb des Einwässerungsschurfes befindlichen Quelle aufgefangen, durch senkrechte Holzröhren zum Schurf geleitet und in der Grube über hölzerne Rohrleitungen auf die Schöpfbaue verteilt. Die häufig undichten Holzrohrleitungen führten zu Wasseraustritten und zum Aufquellen des Haselgebirges, das die Stollenerhaltung wesentlich erschwerte und verteuerte.

 

Um 1654 war der Lipplesgraben – Stollen bereits fast zur Gänze verlaugt. Ab dieser Zeit wurde der Stollen nur mehr zur Ableitung des Süßwassers offengehalten, damit dieses in den tiefer gelegenen Stollen keinen Schaden anrichten konnte.

 

1577 wurde als der nächste, tiefer liegende Bau der Matthias – Stollen angeschlagen. Im Matthias – Stollen konnten insgesamt 9 Schöpfbaue angelegt werden. Die Einleitung des für die Verlaugung nötigen Süßwassers erfolgte aus dem Bach und den Quellen im Bereich des Matthias – Stollen Mundloches. Das in Holzröhren gesammelte Wasser wurde über die Matthias Stollen – Hauptschachtricht in den Berg hineingeleitet und auf die einzelnen Schöpfbaue verteilt. Über, von der Matthias Stollen – Hauptschachtricht abgehende, Schürfe konnte das Wasser auch in die Wehren tiefer gelegener Stollen zugeleitet werden.  

 

Der Wässerung von Ablasswehren hafteten Ende des 18. Jahrhunderts immer noch technische Mängel an. Der größte Mangel war der geringe Durchflussquerschnitt der hölzernen Einwässerungsleitungen. Deshalb nahm die Füllung eines größeren Laugwerkes Monate in Anspruch. Diese lange Füllzeit begünstigte natürlich die Erweiterung der Werksulme und vergrößerte dadurch die Gefahr des Zusammenschneidens der Nachbarwerker. Man war daher gezwungen, viele und große Verschneidungsdämme herzustellen und zu erhalten, sie nach Bedarf zu überhöhen und verlängern. Das erforderte freilich dauernd einen beträchtlichen Aufwand an Häuern und Verdämmern.

 

Ein erster Ansatz die Füllzeiten zu reduzieren war den Druck in den hölzernen Einwässerungsleitungen zu erhöhen. Dazu wurde ab 1769 das zur Verwässerung der Wehren nötige Wasser durch einen Tagschurf oberhalb des 1725 angeschlagenen St. Johannes – Stollen und von diesen über den Saherböck – Schurf auf die Matthias Stollen – Hauptschachtricht geleitet. Das Wasser konnte aus dem vorbeifliesenden Sulzbach einfach entnommen und mittels Holzröhren in den Berg eingeleitet werden.

 

Ab 1784 wurde zusätzlich Wasser in einem „Einwässerungshüttel“ oberhalb des Matthias – Stollens aus dem Sulzbach und von einer starken Quelle aufgefangen und über den neu errichteten Einwässerungsschurf auf die Matthias Stollen – Hauptschachtricht abgeleitet.

 

Von dort gelangte das Wasser, je nach Bedarf, entweder durch den Pfarrer Weissbacher – Schurf und die nachfolgenden Schürfe zu den auf der Abendseite (Westseite) in den tieferen Stollen gelegenen Wehren. Die morgenseitigen (östlichen) Wehren konnten über den v. Adlersberg – Umbau und den Weilenböcker – Schurf sowie die nachfolgenden Schürfe erreicht werden.

 

Bergmeister Schwind begann 1842 mit der Verlegung gusseiserner Wasserleitungsröhren am Ischler Salzberg. Dadurch war es möglich den langen Weg, den die in den oberen Horizonten gesammelten Wässer zur Füllung der Laugwerker zurücklegen mussten, wesentlich abzukürzen, da die eisernen Leitungen im Gegensatz zu den Holzrohren unter höheren Druck stehen konnten. Die rasche Zufuhr größerer Wassermengen in die Erzeugungswerker sowie die Trockenlegung der von den nässenden Holzröhren durchfeuchteten Strecken war nun möglich.

 

Der Einbau gusseiserner Sole - und Wasserleitungsrohre schien der Ischler Bergmeisterschaft nicht dringend. Erst die Auflassung des bisherigen Wasserzuführungsweges in den oberen Horizonten und die Umlegung der Einwässerungsleitung in Strecken mit stellenweiser Gegensteigung, in welchen Holzröhren nicht verwendet werden konnten, nötigten sie dazu. Die neue Leitung sollte nach dem Plane Schwinds vom Bader - Schurf (Frauenholz auf Amalia Stollen) über die Springer - Kehr, den Scharf - und Liska - Umbau (Amalia Stollen) zum Vasold - Schurf (Amalia auf Elisabeth Stollen) gelegt werden, die Zufuhr größerer Wassermengen in die Erzeugungswerker ermöglichen und die von den nässenden Holzröhren durchfeuchteten Strecken trockenlegen. Nach dem Bescheid der Hofkammer war die Beschaffung der erforderlichen Eisenrohre auf die Jahre 1842, 1843 und 1844 zu verteilen.

 

Jene Verbindungsbaue, welche durch die Umlegung der Einwässerungsleitung ab 1842 entbehrlich geworden waren, wurden aufgelassen. Zu diesen zählten die Niedere Wasser Stollen – Schachtricht und der Wasserschurf (Niederer Wasser –  auf Lipplesgraben – Stollen), der rückwärtige Lipplesgraben – und Johannes – Stollen, einige Strecken im Matthias - und Neuberg – Stollen sowie der Kößler – Umbau im Frauenholz – Stollen.

In weiterer Folge wurde auch Versuche mit Betonrohren aus dem am Ischler Salzberg gebrannten „Hydraulischen Kalk“ gemacht. Die relativ schweren Betonrohre konnten sich gegen die leichteren Gusseisenrohre nicht durchsetzen.

 

1883 wurde zur Sicherung des Maschinen- und Wässerungsbetriebes in wasserarmen Zeiten  die Herstellung eines großen Wassersammeltroges aus Beton in der Nähe des Matthias – Stollens an Stelle des seit Alters bestehenden vermorschten Sammelkastens aus Holz genehmigt.

Dieser mit einer einfachen hölzernen Hütte überdeckte Wassersammeltrog, zur Speisung der Fördermaschine und für Wässerungszwecke dienend, verursachte einen Kostenaufwand von 932 fl 85 xr.

 

1890 flossen im Ischler Salzberg aus den Hangendschichten jährlich insgesamt 2,237.846 hl Wasser zu. Das Wasser trat dabei aus insgesamt 6 verschiedenen Wasserorten aus.

 

Um 1900 wurden im Ischler Salzbergbau jährlich 700.000 hl Sole erzeugt. Dazu waren 22 – 26 Wässerungen der Laugwerke, jedes lieferte durchschnittlich 30.000 hl Sole pro Wässerung, nötig. Ein Laugwerk mittlerer Größe benötigte 31.000 hl Füllwasser, da erfahrungsgemäß einige Prozente davon im Laist zurückblieben.

Die bestehenden Wasserleitungen konnten durchschnittlich 180 hl pro Stunde Füllwasser liefern. So ergabt sich ein Zeitraum von rund 7 Tagen für eine Werksfüllung.

 

Die durchschnittliche Wassermenge, welche um 1900 in der Grube abgefangen und ausgeleitet, bzw. zum Teil zur Soleerzeugung verwendet wurde, betrug in Ischl rd. 2,566.000 hl jährlich, davon entfallen 166.000 hl für die Klebelsberg- (7 hl/h) und Stampferquelle (12 hl/h) im Maria Theresia Horizont. Außerdem wurden jährlich rd. 800.000 hl Bachwasser durch eine Einwässerungsleitungen aus dem Johannes – und Matthias – Stollen in die Grube geführt.

 

Der Einwässerungsweg führte bis 1932 über den Einwässerungs – Schurf auf die Matthias Stollen – Hauptschachtricht und auf dieser weiter zum in den Neuberg – Stollen hinunterführenden Plenzner – Schurf. Außerdem führte eine weitere, zusätzliche Wasserleitung aus dem St. Johannes – Stollen über den Saherböck – Schurf ebenfalls auf die Matthias Stollen – Hauptschachtricht herunter.

 

1931 wurde bei der Hauptbefahrung beschlossen, den Johannes – und Matthias – Stollen aufzulassen, weil die Einwässerung zukünftig aus dem Sulzbach über eine obertägige Leitung in den Maria Theresia – Stollen erfolgen sollte. Deshalb wurden 1932 Abschlussdämme am Ende des Stollens sowie am Kopfe des Plenzner – und Weissbacher – Schurfes errichtet. Eine letzte Befahrung zur Kontrolle der Dämme erfolgte am 5. Februar 1934. Anschließend wurden die Stolleneingänge des Matthias – Stollens und des Einwässerungs – Schurfes endgültig verriegelt.

1930 wurde als Ersatz für die alte Einwässerung aus dem St. Johannes – und Matthias – Stollen eine neue Einwässerungsleitung vom Sulzbach oder Törlbach errichtet.

 

Diese führt vom in 790 m Seehöhe am Sulzbach gelegenen Einlaufobjekt am Sulzbach am Hang entlang 117,5m zum Weg, im Körper desselben 97,0m zum Filtergebäude, von diesem wieder zum Weg 2,5m, durch dessen Körper 192m zur Wiese, durch dieselbe 169,5m zur Bergschmiede und durch die westliche Hauptmauer in die Maria Theresia – Stollenhalle.

 

Die Leitung besteht aus gusseisernen Muffenrohren mit 125mm Durchmesser. Sieist durchwegs 1,0m tief eingebettet. Die Gesamtlänge beträgt vom Einlaufbauwerk bis zur Stollenhalle 580,5m.

 

Bei 214,5m Entfernung vom Einfluss in das Einlaufobjekt ist ein Filterkasten eingebaut mit Zu-, Spül-, Abfluss- und Überfallleitung.

Das Gefälle vom Einfluss des Einlaufobjektes bis zum Filterkasten – Einfluss beträgt 15,9m, vom Filterkasten – Abfluss bis zur Maria Theresia – Stollenhalle 91,5m.

 

Von der Maria Theresia – Stollenhalle führt die Leitung am rechten Ulm auf Grundhölzern gebettet durch die Maria Theresia – Hauptschachtricht bis zum Hintermaier – Schurf und durch diesen zum Messtrog im Kaiser Josef – Horizont.

Die Länge von der Stollenhalle bis zum Messtrog beträgt 1.641,8m. Die Steigung von der Maria Theresia – Stollenhalle bis zum Hintermaier – Schurf beträgt 37,3m, vom Hintermaier – Schurf bis zum Messtrog 36,8m.

In der Maria Theresia – Stollenhalle ist am tiefsten Punkt der Leitung ein Putzkasten zur Entschlämmung und Entleerung der Leitung eingebaut.

Die Gesamtlänge der Leitung vom Einfluss bis Messtrog beträgt 2.223,3m.

 

An die Forstverwaltung Bad Ischl wurde als Entschädigung für die Inanspruchnahme von forsteigenen Grund für die Legung der Leitung die Übergabe der Matthias – Stollenhütte in das Eigentum der Forstverwaltung Bad Ischl ab 1. Jänner 1932 und die Auszahlung eines Betrages von 250,- S an dieselbe vereinbart.

 

In der Verhandlungsschrift der BH Gmunden vom 7. Mai 1931 wurde festgelegt, dass mehr als 200 hl je Stunde dem Törlbach nur dann entnommen werden darf, wenn das Wasserwerk des Anton Rietzinger in Perneck bei kleinen Wasserständen außer Betrieb ist bzw. bei höheren Wasserständen dann, wenn der Betrieb des Wasserwerkes nicht beeinträchtigt wird. Die Entnahme von 200 hl je Stunde für Zwecke der Salinenverwaltung ist bei allen Wasserständen zulässig.

 

In einem weiteren Bescheid der BH Gmunden vom 22. August 1951 wird festgestellt, dass das Sägewerk des Anton Rietzinger in Perneck Nr. 13 nicht mehr mit Wasserkraft betrieben wird, wodurch die Einschränkung auf eine Entnahme von 200 hl je Stunde aufgehoben werden konnte.

Die Einwässerungsleitung aus dem Sulzbach wurde bis März 2008 genutzt. In den letzten Betriebsjahren wurden je nach Bedarf zwischen 20 – 40m³ Wasser pro Stunde aus dem Sulzbach entnommen und dem Wässerungsbetrieb der Grube zugeführt.

 

Ein weiterer wichtiger Wasserzufluss kam aus dem Keeler – Schutt im Amalia – Stollen. 1839 kam es im Amalia – Horizont zu ausgedehnten Werksverbrüchen. 1843 setzten sich die massiven Werksverbrüche im Frauenholz – sowie Elisabeth – Stollen fort und große Mengen an Süßwasser trat aus den gebrochenen Deckgebirgsschichten in das Salzlager ein.

 

Eine im Mai 1844 zusammengetretene Kommission fand heraus, dass die Raubwässer vom Niederen Rosenkogel absaßen und durch einen Zubau ausgehend vom Potie – Schurf, der den Neuberg – mit dem Frauenholz – Stollen verband, abgefangen werden könnten.

Diese Wasseröffen liefern noch heute große Mengen an Süßwasser. Zur sicheren Ableitung dieser Wässer wurde 1844 der rd. 60 m hohe Keeler – Schutt vom Layer – Umbau im Amalia – Stollen aufgefahren.

 

Rund 50m³/h Wasser werrden heute am Schachtkopf des Keeler – Schutts in 2 Kunststoffleitungen gefasst und über den Schacht nach unten abgeleitet. Die Rohrstränge führen über den Layer – und Liska – Umbau auf die Amalia Stollen – Hauptschachtricht, von dieser über den Wimmer –, Veiten –, Erlach – und Hintermaier – Schurf in die Maria Theresia Stollen – Hauptschachtricht und über den Werner – Schacht in den Leopold – Stollen hinunter. Am Fuß des Werner – Schachtes befindet sich ein Ausgleichsbecken mit Pegelmessung, von dem aus die Rohrleitung zum Zentralschacht und über diesen in den 2. Tiefbau bzw. in den Erb – Stollen führt.

 

Da die Solegewinnung im Ischler Salzberg seit Februar 2011 stillgelegt ist, fließen die Wässer aus dem Keeler – Schutt ungenutzt über die Amalia Stollen – Hauptschachtricht nach obertage aus. Die Einwässerungsleitung aus dem Sulzbach wurde bereits im März 2008 stillgelegt.

 

So wichtig Wasser für die Salzlaugung ist, so gefährlich ist es bei unkontrollierten Zuflüssen aus dem Deckgebirge in salzführende Schichten. Durch Salzlösung kann es zu unkontrollierter Laugung und ausgedehnten Verbrüchen kommen.

 

Um unkontrollierte Wasserzutritte möglichst zu vermeiden, wurden schon frühzeitig Wasserstollen mit Wasseröffen zur Ableitung des Wassers aus den Deckschichten errichtet.

 

Bereits während des Vortriebes des 1563 angeschlagenen Mitterberg – Stollens wurde 7 Stabel (8,4m) oberhalb des Mundloches der erste Wasserstollen angelegt und auf 93 Stabel (111,1m) Länge vorgetrieben.

1689 wurde in 1.114m Seehöhe der Hohe Wasserstollen auf 244m Länge und 1738 in 1.030m Seehöhe der Mittlere Wasserstollen auf 54m Länge vorgetrieben um den Wasserzufluss in das Pernecker Salzlager zu vermindern.

 

Eine weitere Möglichkeit den Wasserzufluss ins Gebirge zu reduzieren, war die rasche Ableitung der Oberflächenwässer im Bereich der Rainfalzalm durch ausgedehnte Rinnwerke. Diese wurden anfangs aus Holz errichtet oder einfach in den Lettenboden eingestampft.

Die Errichtung des ursprünglich gänzlich hölzernen Wasserrinnwerkes am Reinfalz zur Ableitung der Tagwässer über dem Salzgebirge erfolgte schrittweise in den Jahren 1775, 1784, 1793, 1799 und 1805.

 

Eine größere Ausbesserung des ursprünglich 1.125 Klafter (2.133,4m) langen Haupt- und Seitenrinnwerkes, teils in Letten geschlagen und teils aus Holzrinnen bestehend, wurde in den Jahren 1830 – 1831 vorgenommen.

Um die Ausbesserungsarbeiten und die damit verbundenen Kosten für dieses Wasserrinnwerk zu verringern, wurde dieses im Laufe der Zeit bei vorzunehmenden Ausbesserungsarbeiten in Quadersteinen hergestellt. In den Jahren 1840 – 1850 wurde so ein Rinnwerk aus Quadersteinen vom Reinfalzanger bis niederen Wasserstollen mit 92 Klafter (174,5m) Länge hergestellt.

Solch größere Herstellungen geschahen in den Jahren 1892, 1896, eine Teilstrecke von 80m 1898, 1904 und schließlich 1907.

Durch weitere Umbauten zwischen 1892 und 1907 erreichte das Rinnwerk aus Quadersteinen eine Gesamtlänge von 864,7m bei einer durchschnittlichen Breite von 0,45 – 0,50m.

In den Jahren 1913 bis 1919 wurden schließlich große Teile des noch hölzernen Seitenrinnwerks durch Zementrinnen ersetzt.

 

Bis 1950 wurde das steinerne und hölzerne Wasserrinnwerk im Bereich des Rainfalzangers und „Zwischen den Bergen“ vom Salzbergbau jährlich instandgesetzt und dabei vom Bautrupp die Stollenhütte beim Lipplesgraben – Stollen bewohnt.

Durch die Entwässerung der nordöstlich der Reinfalzalm gelegenen Moore sollte ebenfalls der Wasserzufluss ins Gebirge vermindert werden. So wurden im 19. Jahrhundert im Lang – Moos und Rosenkogel – Moos ausgedehnte Entwässerungsgräben samt hölzernen Rinnwerken errichtet.

Um 1850 wurde zur Entwässerung des Lang – Mooses in 1.050m Seehöhe ein 57m langer Stollen vorgetrieben. Die im Moor zurückgestauten Wässer konnten so über einen, im Stollen angefahrenen, natürlichen Schacht („Hütterschacht“), frei abfließen.

Verwendete Quellen:

Carl Schraml „Das oberösterreichische Salinenwesen vom Beginne des 16. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts“, Wien 1932

Carl Schraml „Das oberösterreichische Salinenwesen von 1750 bis zur Zeit nach den Franzosenkriegen“, Wien 1934

Carl Schraml „Das oberösterreichische Salinenwesen von 1818 bis zum Ende des Salzamtes 1850“, Wien 1936

L. Janiss „Technisches Hilfsbuch für den österreichischen Salzbergbaubetrieb“, Wien 1934

August Aigner „Der Salzbergbau in den österreichischen Alpen“, Berg- und Hüttenmännisches Jahrbuch, Wien 1892

Ischler Heimatverein „Bad Ischl Heimatbuch 2004“, Bad Ischl 2004                                                                                                                                  

Kurt Thomanek „Salzkörner“, Leoben 2007

Michael Klade „ÖSAG - Alpiner Salzbergbau“, Altaussee 1998

Thomas Nussbaumer „Ischler Lagebücher Nr. 32, 50 und 64a bezüglich Einwässerung“, Transkription 2018

Alfred Pichler „Lipplesgrabenstollenhütte“, Landesverein für Höhlenforschung, Linz, 2003