Fremdenbefahrung:

Unter „Fremdenbefahrung“ versteht man im Salzkammergut den allgemein zugelassenen Besuch der Salzbergwerke durch Werksfremde, wobei der Bergmann auch dann von „Befahrung“ spricht, wenn zu Fuß in die Grube gegangen wird.

Der ehemalige Salinendirektor Othmar Schauberger beschreibt in einem 1974 in der Zeitschrift „Der Anschnitt“ erschienen Artikel ausführlich die Geschichte der Fremdenbefahrungen im alpinen Salzbergbau.

Die Tatsache, dass zu einem noch in Betrieb befindlichen Bergwerk jedermann Zutritt hat, ist keineswegs selbstverständlich. Im Gegenteil, an den Zugängen zu Bergwerken aller Art ist auf Tafeln zu lesen, dass laut Bergpolizeiverordnung „Unbefugten das Betreten der Bergbauanlagen verboten ist“.

Im alpinen Salzbergbau kann von dieser Vorschrift eine Ausnahme gemacht werden, da die zumeist außerhalb des aktuellen Betriebsgeschehens liegenden Fremdenstrecken gefahrlos betreten werden können. Dazu kommt noch eine Reihe von Eigenschaften, die den alpinen Salzsolebergbau gegenüber anderen Bergbaubetrieben als Schaubergwerk besonders geeignet machen. Es sind dies die leichte Zugänglichkeit durch Stollen mit kaum merkbarer Steigung, die natürliche Bewetterung bei einer gleichmäßigen, besonders im Sommer als angenehm kühl empfundenen Grubentemperatur zwischen 12 und 14°C, die große Standfestigkeit des Salzgesteins und nicht zuletzt die Trockenheit sowie die verhältnismäßig große Sauberkeit der Grubenbaue.

Seit wann die Einrichtung der Fremdenbefahrung in den alpinen Salzbergwerken besteht, lässt sich nicht genau feststellen, kann aber anhand von gelegentlichen Vermerken in den Chroniken und Akten mindestens bis in das frühe 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Der ursprünglich nur auf hochgestellte Persönlichkeiten beschränkte Besucherkreis wurde nach und nach erweitert, vorerst allerdings nur aufgrund einer besonderen Empfehlung des Salzoberamtes, später mit einem Erlaubnisschein der zuständigen „k. k. Salinenamtsverwaltung“, der schließlich von der heutigen Eintrittskarte abgelöst wurde.

In den Akten des 1967 aufgelassenen Salzbergwerks Hall in Tirol ist bereits im Jahre 1650 eine Regelung für die Aufteilung der von den Grubenbesuchern gegebenen „Trinkgelder“ vermerkt. Das älteste Besucherbuch dieses Salzbergwerkes reicht bis 1790 zurück.

Dass auch der Besuch des Hallstätter Salzberges durch Außenstehende bereits im 17. Jahrhindert üblich war, ergibt sich aus einem im Jahre 1629 von Kaiser Ferdinand II. erlassenen Verbot der Bergeinfahrt, „wozu die Beamten allen Fremden die Erlaubnis geben, ohne zu bedenken, dass diese das Geheimnis des Salzberges ersehen könnten.“ Allerdings scheint dieses Verbot nicht sehr lange streng gehandhabt worden zu sein, denn schon aus der Zeit um 1690 wird berichtet: „Kamen adelige oder sonstige Gäste von Ansehen zu Besuch auf den Salzberg, so übten Bergmeister und Schaffer die größte Gastfreundschaft. Jene wurden mit Sessel auf den Berg getragen und wegen der Steilheit des Weges im Sommer mit Schlitten hinuntergeführt, oben reichlich bewirtet und auch ihre Lakaien in allem vollkommen freigehalten.“

Nach J. A. Schultes enthielt das zu seiner Zeit um 1800 noch vorhandene Besucherbuch des Hallstätter Salzberges die Namensunterschriften von mehreren österreichischen Kaisern und Erzherzogen, so beispielsweise von Kaiser Joseph II. am 19. April 1779 und von Erzherzog Johann im Jahre 1800.

Im Besucherbuch des Salzbergwerkes Altaussee erfolgte die erste Eintragung im Jahre 1812.

Das Salzbergwerk in Perneck war, wie C. Schraml berichtet, schon 1825 eine von den Kurgästen gern besuchte Sehenswürdigkeit. Die Grubenbefahrung war damals unentgeltlich, „da es weder schicklich noch mit der Würde der Staatsverwaltung verträglich wäre, für die Besichtigung der Salinenbetriebe von den Fremden bestimmte Taxen anzunehmen.“ Trinkgelder oder Geschenke mussten an die Arbeiter verteilt werden, Beamte hatten daran keinen Anteil.

In Verlauf und Ausstattung des „Fremdenweges“ durch die Grube hat sich mit der Zeit ein gewisses Schema herausgebildet, das nach den betrieblichen Gegebenheiten örtlich etwas variiert.

Die Befahrung beginnt mit der Einfahrt durch den Hauptstollen, daran schließt sich als besondere Belustigung die Abfahrt über eine oder mehrere „Rutschen“. In den Zwischenstrecken, die jeweils zu Fuß zurückgelegt werden, erfahren die Besucher anhand von Bildern, Plänen, Modellen und Ausstellungsstücken Wissenswertes über die Geologie, historische Entwicklung und Technik des alpinen Salzsolebergbaus. Den Höhepunkt der Befahrung bildet die Besichtigung eines Laugwerkes mit einem „Salzsee“, der zuweilen auf einem Boot überquert werden kann. Abschließend erfolgt die Ausfahrt nach Obertage durch denselben Hauptstollen.

Als älteste bildliche Darstellung der Fremdenbefahrung kann eine vom Ischler Salzberg – Zuseher Michael Kefer im Jahre 1826 angefertigte farbige Tuschzeichnung gelten. Der Bildtitel lautet: „Der Salzberg – Bau, wie solcher den ankommenden hohen Fremden bei den k. k. Salzberg zu Ischel vorgezeigt und erkläret wird.“ Das Bild stellt einen Querschnitt durch einen Teil des Ischler Salzberges dar und zeigt den Fremdenweg sowie die wichtigsten bergmännischen Arbeiten mit erläuternden Texten zu beiden Seiten. Die Fremdenbefahrung begann damals mit der Einfahrt in den Kaiserin Ludovika – Stollen und der Besichtigung des Erzherzog Karl – Werks als Fremdenwerk, dann hinunter in den Kaiser Josef – Stollen und in den Kaiserin Maria Theresia – Stollen, durch den schließlich die Ausfahrt noch Obertage erfolgte.

Im oberen Stollen stehen die scheinbar gepolsterten „Bergwagerln“, womit die hohen Fremden ein- und ausgeführt wurden. Daran schließt die Darstellung einer Wehre oder Sulzenkammer in die die meisten Besucher über eine Sinkwerk eingebaute Rutsche hinabrutschten.

Johann Steiner beschreibt in seinem Werk „Der Reisegefährte durch die Österreichische Schweiz“ aus dem Jahre 1820 eine Fremdeneinfahrt in den Kaiserin Ludovika – Stollen.

„Man fährt eine halbe Meile durch das freundliche Dörfchen Reiterndorf, dann im Walde aufwärts bis zum romantisch im Tale liegenden stillen Dörfchen Perneck, in welchem das im Jahre 1811 erbaute, unterste Berghaus, die Wohnung des Bergmeisters, liegt, weiter bis zu der Sulzstube in der Au, oberhalb welcher für Allerhöchste und Höchste Herrschaften, bei Befahrung des Salzberges, Tragsesseln, um die sehr ermüdende Fußreise bis zu dem Einfahrtsstollen – Mundloche zu erleichtern, vorbereitet sind. Schließlich kommt man neben dem, zwischen zwei prächtigen Wasserfällen romantisch liegenden mittleren Berghaus und der Bergschmiede vorbei. In einer nicht unbedeutenden Höhe, die für den Wanderer, besonders an schwülen Tagen, ziemlich viel Schweiß kostet, erreicht man das Einfahrtsmundloch des Kaiserin Maria Ludovika – Stollens.

Von des Stollens Mundloch geht es dann entweder zu Fuß auf dem Gestänge oder zur größeren Bequemlichkeit, nach Verschiedenheit des Standes der Bergbefahrer, in den zu kleinen Wägen vorgerichteten Grubentruhen – in Ungarn Grubenhunte genannt – die zur Befahrung ordentlich zusammengerichtet, auch einige derselben mit einer Laterne versehen sind, einen Leuchtmann voraus, nebst einem Ziehenden, und nach Verhältnis ein oder zwei nachschiebende Bergleute. Nach dem vorausgegangenem bergmännischen „Glückauf“ geht es in die Eingeweide der salzreichen Erde fort bis zum Sinkwerk – eine Stiege, die in eine Wöhre, auch Kammer genannt, führt. Seit 20 Jahren ist zur Befahrung des Salzberges von fremden Reisenden die Erzherzog Karl – Kammer vorbehalten, die 30 Klafter (56,9 m) lang, und 25 Klafter (47,4 m) breit ist, in ihrem kubischen Inhalte über 60.000 Eimer (3.396 m³) Sole fasst, und zugleich in selber, je nachdem Standespersonen diese Grube befahren, alle Manipulationszweige gesehen werden können.

Angenehm und überraschend ist der Anblick einer Beleuchtung einer solchen Wöhre, und besonders der Erzherzog Karl – Wöhre in ihrem bedeutenden Umfange. Noch schöneren und abwechselnderen Anblick kann aber die zur Allerhöchsten, Höchsten und hohen Befahrung beantragte, zusammengeschnittene, d. i. durch Durchbruch vereinigte, Lemberg – und Sollinger – Wöhre gewähren.

Nach genüglich gesehener Manipulation geschieht die Ausfahrt durch den nämlichen, oder auf Wunsch, durch einen höheren oder niedrigeren Stollen auf die gleiche Art der Einfahrt.

Eine Gesundheitsregel für jeden Bergbefahrer sei, dass er sich bei heftigem Schweiße vor der Einfahrt so gut auskühle, um sich nicht durch die jähling eintretende, und langanhaltende Kälte im Inneren des Salzberges, eine körperliche Ungemächlichkeit zuzuziehen. Man weigere sich auch nicht, die Grubenkleider, hier von einer weißen Leinwand, oder Gradel, in Form von Schlafröcken – für Allerhöchste Herrschaften von Seide – anzuziehen, und die Bergkappen, oder Hüte aufzusetzen, um seine Kleider zu schonen.

Wer sich an dem First – Himmel – so viel als Decke, oder an den beiden Ulmen – Seitenwänden – anstößt, heißt nach bergmännischer Sprache: er hat sich angemeldet; wer aber von dem Gestänge abrutscht, und sich manchmal dadurch, nach Umständen und Ort, ziemlich am Fuße beschmutzt, heißt: er hat einen Lachsen gefangen.

Dem sich aber die schöne Gelegenheit der Befahrung Allerhöchster, Höchster, oder hoher Herrschaften nicht darbietet, der wird auch nach Umständen, durch höhere Genehmigung, und Liberalität, die Art des Bergbaues in Erfahrung bringen, und im Berge durch die dortigen Beamten und Meister genug seiner Wissbegierde befriedigen können.“

In einem Reiseführer der Griebens Reise – Bibliothek aus dem Jahre 1882 steht, das im unteren Berghaus in Perneck die Erlaubnis zum Befahren des Salzberges eingeholt werden muss. Die Illumination des Fremdenwerks erfolgt einmal wöchentlich, sonst sind 5 – 6 Gulden extra zu bezahlen.

Im „Illustrierten Führer durch das Salzkammergut“ aus der Reihe Woerl’s Reisehandbücher aus dem Jahre 1913 liest man, dass Einlasskarten im Salinengebäude in der Wirerstraße in Ischl und im unteren Berghaus in Perneck erhältlich sind. Im mittleren Berghaus erhält man Kleider und Führer. Man tritt in 10 min durch den „Maria Ludovika – Stollen“ ein. Dann auf Rollwagen zur „Erzherzog Karl – Kammer“ die, bunt beleuchtet, wirkungsvoll ist, dann in den „Maria Theresia – Stollen“, von wo man mit Rollwagen zutage fährt. Als Dauer der gesamten Führung werden 2 ¼ Stunden angegeben.

Der erwähnte Führungsweg wurde am Ischler Salzberg mit kleinen Änderungen bis 1934 beibehalten. Am 5. März 1934 erfolgte laut Hauptbefahrungsbeschluss die Auflassung des vorderen Teiles des Ludovika – Stollens sowie des in den Elisabeth – Stollen hinabführenden Lemberg – Schurfes.   

Ab 1934 erfolgte die Fremdeneinfahrt über den Maria Theresia – Stollen. Nach der Einkleidung und einer Einführung im Maria Theresia Berghaus wurde zu Fuß über die Maria Theresia - Hauptschachtricht eingefahren. Über die Riethaler – und Stampfer – Kehr gelangte man zum auf der Scheuchenstuhl – Kehr gelegenen Fremdenwerk Schedl. Am Weg dorthin wurden in einer Kammer Bohrgeräte sowie Grubenpläne gezeigt. Im Schedl – Werk konnte ein Salzsee bewundert werden. Ausgefahren wurde über die Lichtenfels – und Scharf – Kehr zum Pohl – Schurf.

Der unter 35° geneigte, 60 m lange, in den 30 m tiefer gelegenen Leopold – Stollen führende Pohl – Schurf war mit einer Rutsche ausgestattet. Diese bestand aus zwei nebeneinander gelegten, rundlichen und zum Sitzen gut geeigneten Pfosten zwischen denen eine schmale Treppe eingebaut war. Auf der rechten Seite war ein dickes Hanfseil befestigt, das der Bergwerksführer mit der Hand ergriff und so die Schnelligkeit des Abwärtsrutschens regulieren konnte. Der Führer durfte wegen der Steilheit des Schurfes nur mit maximal 3 Personen abrutschen. Die Benutzung des Pohl – Schurfes war für die Bergwerksbesucher sicherlich spektakulär, aber auch sehr zeitaufwendig und personalintensiv.

Zum Abschluss der Fremdenbefahrung wurde über den Leopold – Stollen rund 1.800 m auf Hunten mittels Schwerkraft nach Obertage ausgefahren und zu Fuß über den „Perneckfuß“ wieder zum Maria Theresia Berghaus zurück gegangen.

Die Befahrung dauerte rund 2 h. Besuchszeiten waren täglich um 9:00, 11:00, 13:00, 15:00 und 17:00 in der Zeit von 01. Mai bis Ende September. Als Grubenführer war der pensionierte Bergarbeiter Josef Hütter beschäftigt.  

 

Bei der Hauptbefahrung 1948 beschloss man, einen neuen Blindschacht im standfesten Gebirge zur Verbindung der Abbauhorizonte zwischen dem Maria Theresia – und Franz Josef – Erbstollen zu errichten. Zu diesem Zweck wurde der Maria Theresia – Stollen auf ein für den Lokverkehr geeignetes Profil nachgerissen und im Winter 1951 eine 22 PS starke Diesellok der Fa. Ruhrthaler mit einem Dienstgewicht von 5,3 t angeschafft.

 

Ab 1955 konnte der Führungsweg auf die Befahrung des Maria Theresia – Stollens beschränkt werden. Für die Besuchereinfahrt wurden „Fremdenwagen“ gebaut, die von der Ruhrthaler Diesellok rund 1.450 m bis zum Bahnhof bei der Zentralschachtanlage im Maria Theresia – Stollen hineingeschoben wurden. Fremdenwagen sind auf 4 Rädern stehende, mit Fuß- und Handbremsen versehene Hunte, auf denen bis zu 10 Personen pro Wagen rittlings auf einem Sitzbrett Platz nehmen konnten. Vorne und hinten sind auf den Fremdenwägen Halterungen für Lampen angebracht.

Ein von der Ruhrthaler Diesellok der Type GZ 22 gezogener Personenzug durfte aus maximal 6 Fremdenwagen bestehen. Mit der 1982 in Betrieb genommenen Jenbacher Diesellok der Type DH 40 G mit 40 PS Leistung durften bis zu 7 Wagen pro Zug befördert werden.   

 

Die Ausfahrt der Fremdenwagen erfolgte bis in die 1990 er Jahre durch den mit etwa 2,5 % Neigung aufgefahrenen Maria Theresia – Stollen mittels Schwerkraft ohne Lokvorspann. Bis zu 3 vollbesetzte, zusammengekoppelte Fremdenwagen durften von einem Bergwerksführer nach Obertage gebracht werden. Dabei konnte die Geschwindigkeit durch die Bedienung des Handrades und Pedales der Bremseinrichtungen gesteuert werden. Für Schnellbremsungen waren sogar kleine Sandkästen eingebaut. Obwohl mit weniger als 20 km/h gefahren wurde, hatte man infolge der Enge des Stollens den Eindruck einer viel größeren Geschwindigkeit. Nach Unfällen in anderen Schaubergwerken durfte aus Sicherheitsgründen ab den 1990 er Jahren nur mehr mit Lokvorspann aus dem Stollen ausgefahren werden.

 

Die Fremdenführung im Ischler Salzbergwerk startete mit der Einkleidung in der Garderobe und mit der Begrüßung am Stollenmundloch. Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung durch den Bergwerksführer ging es mit der Grubenbahn rd. 1.450 m tief in den Berg hinein bis zum sogenannten Bahnhof. Nach dem Absteigen von den Fremdenwägen erfolgte ein Hinweis auf den 204 m tiefen Zentralschacht, der den Bergleuten zur Befahrung vom Erbstollen aus diente. Zu Fuß ging es durch die Maria Theresia – Hauptschachtricht weiter.

 

Die nächsten Erklärungen erfolgten am Streckenkreuz zwischen der Scharf – und Riethaler – Kehr. Hier wurde auf die, den Übergang zwischen dem Kalkstein und dem Haselgebirge bildende Glanzschieferschicht hingewiesen.

 

Weiter ging der Führungsweg über die Riethaler – und Stampfer – Kehr bis zur Rutsche in das Rittinger – Werk. Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung konnten die Besucher über eine Rutsche in das Werk einfahren. Im Rittinger – Werk, das eine Himmelsfläche von ca. 2.500 m² hatte konnte der 1,5 m tiefe Salzsee betrachtet werden. Dann wurde an Hand einer Schautafel der geologische Schnitt durch den Ischler Salzberg erläutert. Holzmodelle zeigten die Obertagesituation mit der Lage der einzelnen Stollenmundlöcher sowie die Entwicklung eines Produktionswerkes.

Im Anschluss daran fuhr man zu Fuß über eine Treppe aus dem Rittinger – Werk aus und ging weiter zum nahegelegenen Berghofer – Werk. Über eine 2. kürzere Rutsche wurde in dieses Werk eingefahren. Im Berghofer – Werk konnte ein Ablasskasten betrachtet werden. Schaustellen zeigten die Funktion den Aufbau und die Bedeutung der Soleleitungen sowie verschiedene Verkaufsprodukte der Salinen. Anschließend erfolgte ein kleiner Rundgang durch das Berghofer – Werk, bei dem ein kleiner Salzsee und ein Salzgarten zu betrachten waren. An einer Stelle war ein Streckenvortrieb mittels Bohrhammer nachgestellt. Zum Schluss konnten noch die hier aufgestellte Schachtmaschine des Distler – Schachtes sowie ein alter Kompressor besichtigt werden. Oberhalb der Treppe aus dem Berghofer – Werk konnten noch schöne Steinsalzstrukturen betrachtet werden.

Der Rückweg zum Bahnhof erfolgte wieder über die gleichen Stollenabschnitte. Nach gut 1 h war der ca. 1 km lange Rundgang am Bahnhof beendet.

Im letzten Teil der Führung ging es mit Lokvorspann auf den Fremdenwägen wieder aus dem Stollen nach Obertage hinaus.

Trotz der 1989 erfolgten Verlegung der Obertaganlagen zum Kaiser Franz Josef Erbstollen wurde der Bergwerksbesucherbetrieb während der Sommermonate aufrechterhalten, zum Teil neugestaltet und 1993 in der ehemaligen Schmiede auch ein Schauraum mit Exponaten und Schautafeln aus dem Technischen Museum Wien über die Salz- und Solegewinnung eingerichtet.

 

Im Sommer 2000 war nach einem Orkan die Zufahrt über den Perneckfuß verlegt und deshalb musste der Besucherbetrieb gesperrt werden. Mit Jahresende 2000 wurde der Schaubergwerksbetrieb, nunmehr betrieben von der Salinen Tourismus GmbH, aus Gründen zu erwartender, notwendiger Investitionen und wahrscheinlich auch wegen zu geringer Besucherfrequenz, endgültig eingestellt. Die bis zu 40.000 Besucher pro Jahr, die den Ischler Salzberg besuchten, sollten zukünftig nach Hallstatt kommen; diese Hoffnung hat sich jedoch nur zu einem kleinen Teil erfüllt.

Seit Sommer 2000 werden die Obertaganlagen beim Maria Theresia – Stollen betrieblich nicht mehr genutzt und nur mehr notdürftig Instand gehalten.

 

Verwendete Quellen:

Othmar Schauberger „Die Fremdenbefahrung im alpinen Salzbergbau“, in Der Anschnitt, Bochum, 1974

Carl Schraml „Das oberösterreichische Salinenwesen von 1818 bis zum Ende des Salzamtes 1850“, Wien 1936

Joseph August Schultes „Reisen durch Oberösterreich“, Band I,Tübingen 1809, Reprint Linz 2008

Leopold Schiendorfer „Perneck – Ein Dorf im Wandel der Zeit“, Linz 2006