05 Der Kaiser Josef – Stollen

 

Stollenname:             „Erzherzog Josef – Stollen“ bis 1764, dann „Kaiser Josef – Stollen“

                                      Kaiser Josef II., Regentschaft 1765 – 1790, Sohn Maria Theresias

Angeschlagen:           26. Oktober 1751               

Länge:                          1.195 m

Seehöhe:                     722 m

 

Der Josef – Stollen wurde am 26. Oktober 1751 auf das feierlichste eröffnet.

Um den Vortrieb der Hauptschachtricht möglichst zu beschleunigen, wurden zwei Gegenbaue angelegt, nämlich der erste vom Mundloch bergwärts, und vom, aus dem Ludovika – Stollen abgeteuften Zierler – Schurf tagwärts. Bereits 1756 erfolgte der Durchschlag des ersten Gegenbaues.                                                         

Der zweite Gegenbau wurde veranstaltet, zwischen den ebenfalls aus dem Ludovika – Stollen abgeteuften Salzobermatsrat v. Ehrlach Schurf und dem Johann Lemberger Schurf. Dieser zweite Gegenbau wurde 1766 durchschlägig.

1767 genehmigte das Salzoberamt die mit 2125 fl. veranschlagten Kosten für den Bau eines Berghauses am Josef – Stollen. Als Bauplatz war zuerst ein Ort oberhalb des Mundloches ausersehen, wo vormals eine Kapelle stand, der Salzamtmann Scharf aber verlegte den Neubau weiter nach bachabwärts.

Erst der Kaiser Josef – Stollen erreichte den Salzstock in einem tieferen Horizont, so dass sich der Bergsegen in weitem Felde auftat. Der Bestand des Ischler Salzberges, zusammen mit der gleichzeitig eingeführten Sprengarbeit und der dadurch gegebenen hohen Vortriebsleistung, war für weiterhin gesichert.

 

Situation der Wehren im Kaiser Josef – Stollen um 1800:

Länge vom Mundloch bis zur Salzgrenze 1.029 Stabel (1.226,6m), von da bis zum Feldort 510 Stabel (607,9m).   2 Kehren mit insgesamt 10 Wehren, davon 7 brauchbare und 3 neue, noch nicht brauchbare Wehren.

1826 führte der Fremdenweg durch den Kaiserin Ludovika – Stollen und das Ignatz Lindner – Werk im Kaiser Josef – Horizont. Diese Wehre hatte eine mittlere Größe, es fasste 40 Stuben oder 80.000 Eimer (4.528 m²).

1821 wurden im Kaiser Josef – Stollen die Chorinsky – Kehr gegen Westen verlängert und die Miller – Kehr in Angriff genommen.

1840 wurde eine untertägige Verbindung des Pernecker – Salzstockes mit dem bereits zum Lauffener – Salzstock gehörenden Steinberglager angedacht. Zu diesem Zweck sollte die Chorinsky – Kehr vom Josef – Stollen aus in nordwestlicher Richtung weiter vorgetrieben werden.

Die Chorinsky – Kehr wurde zwar in die Richtung gegen den Rabenbrunn –  und Steinberg – Stollen vorgetrieben, aber da im Rabenbrunn – Stollen, als den tiefst gelegenen Stollen des Steinberglagers, das Salz überall nur in so kurzen Mitteln anstand, dass nicht einmal ein einziger Schöpfbau angelegt werden konnte, war der weitere Vortrieb der Kehr kaum sinnvoll. Die noch ausstehende, beträchtliche Strecke bis zur Unterfahrung des Steinberglagers von 1.100 Stabel (1311,2m) im tauben Gebirge, auch durch harte Kalksteinmassen, wurde schließlich doch nicht mehr in Angriff genommen.

 

Situation der Wehren im Kaiser Josef – Stollen um 1850:  

Insgesamt 12 Wehren, davon um 1850 alle in Betrieb.  Reiter - Wehr, Lenoble - Wehr, Gaisberger - Wehr, Ehrmann - Wehr, Appold - Wehr,       

Fräul. Riethaler - Wehr, Harsch - Wehr, Lötsch - Wehr, Frau Riethaler - Wehr, Preßl - Wehr, Lindner - Wehr, Helms - Wehr.

 

Verwendete Quellen:

Carl Schraml „Das oberösterreichische Salinenwesen von 1750 bis zur Zeit nach den Franzosenkriegen“, Wien 1934

Carl Schraml „Das oberösterreichische Salinenwesen von 1818 bis zum Ende des Salzamtes 1850“, Wien 1936

Ischler Heimatverein „Bad Ischl Heimatbuch 2004“, Bad Ischl 2004

Leopold Schiendorfer „Perneck – Ein Dorf im Wandel der Zeit“, Linz 2006

Johann Steiner „Der Reisegefährte durch die Oberösterreichische Schweiz“, Linz 1820, Reprint Gmunden 1981

Georg Kanzler „Ischls Chronik“, Ischl 1881, Reprint Bad Ischl 1983

Michael Kefer „Beschreibung Hauptkarten des kk Salzberges zu Ischl“, 1820, Transkription Thomas Nussbaumer, Stand 13.09.2016

Josefstollen

Gaisbachklause / Säge

 

Die Klause und die Brettersäge am Gaisberg war 1816 gänzlich verfallen und wurde in drei Jahren um 12.000 Gulden wiederhergestellt. 1839 zeigte sich das Holzwerk neuerlich völlig vermorscht.

 

Deshalb wurde von Franz v. Schwind die Steinbergsäge leistungsfähig ausgebaut. Durch die Verwendung eines oberschlächtigen Wasserrades und der Riemenübersetzung im Getriebe – der erste derartige Sägeantrieb in der Monarchie, gelang es Franz Schwind, die Schnittholzerzeugung auf das Vierfache zu steigern.

Die Gaisbachsäge wurde aufgelassen.

Steinbruch / Kalkmühle / Pochwerk / Kalkbrennofen

 Ca. 50 m oberhalb des Mundloches vom Josef – Stollen wurde ab 1846 in einem Steinbruch hydraulischer Kalkstein abgebaut, über den Radgrabenbach zum „Hydraulischen Pochwerk und Kalkmühle“ transportiert und in einem „Hydraulischem Flammofen“  gebrannt ( Hydrauer ). 

Jahresproduktion  ca 6.000 Zentner ( aus Privatverkauf )

​Kohlstatt

 

Unterhalb des Josef – Stollens wurde eine „Kohlstatt“ zur Erzeugung von Holzkohle errichtet. Diese Holzkohle benötigte man in den Bergschmieden zur Instandsetzung des „Gezähes“ ( Bergmännisches Werkzeug ) .