17 Der Neue Steinberg – Stollen

 

Stollenname:          „Neuer Steinberg – Stollen“, wegen Strecke im dichten Kalkstein

Angeschlagen:         um 1715 

Länge:                        280 m

Seehöhe:                    862 m

 

Der Neue Steinberg – Stollen wurde unter Kaiser Karl VI. um 1715 angeschlagen.

Im Jahr 1721 war die Neue Steinberg Stollen – Hauptschachtricht bereits auf 137 Stabel (163,3m) ausgelängt worden. Damals wurde am linken Ulm der Hauptschachtricht mit der Absetzung eines Schöpfbaues angefangen, welcher auch der einzige Bau dieses Stollens bleiben sollte.

Die Neue Steinberg Stollen – Hauptschachtricht stand 130 Stabel (155m) im Kalkstein, dann folgten bis zum Feldort 108 Stabel (129m) armes, wechselndes Salzgebirge. Kurz vor dem Feldort wurde rechterhand ein Schurf in den Rabenbrunn – Stollen hinunter abgeteuft.

Wegen der geringen Ausdehnung des Salzgebirges konnten in diesem Stollen keine weiteren Baue mehr angelegt werden, weswegen er auch 1775 verlassen wurde.

Mit der Stilllegung des Schöpfbaues im Neuen Steinberg – Stollen endete 1775 auch die Soleproduktion im Steinberg – Lager.

Ab diesem Zeitpunkt verlagerten sich die Gewinnungstätigkeiten zur Gänze in das weitaus ergiebigere Pernecker – Lager.

Bis zum Jahre 1769 lag das Zentrum des Ischler Salzbergbaues am sogenannten Steinberg. Der Bergmeister und der Bergschaffer hatten hier ihren Dienstsitz. Das uralte, zum großen Teil aus Holz erbaute „Steinberghaus“, das nicht ident ist, mit dem ebenfalls hier befindlichen, 1821 abgetragenen „Taxhaus“, war um 1820 schon verfallen.

1821 – 1822 wurde für das ebenfalls baufällige „Taxhaus“ ein Ersatzbau errichtet, der als „Bergbestandknechtshaus“, „Neues Steinberghaus“ oder kurz „Bestandshaus“ bezeichnet wurde. Zum Bau wurden unter anderem vom alten, verfallenen Steinberghaus die noch vorhandenen, brauchbaren Quadersteine verwendet. Das nur mehr als Holzknecht – Unterkunft dienende „Bestandshaus“ fiel 1943 einem Brand zum Opfer.

 

Verwendete Quellen:

Carl Schraml „Das oberösterreichische Salinenwesen vom Beginne des 16. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts“, Wien 1932

Carl Schraml „Das oberösterreichische Salinenwesen von 1750 bis zur Zeit nach den Franzosenkriegen“, Wien 1934

Johann Steiner „Der Reisegefährte durch die Oberösterreichische Schweiz“, Linz 1820, Reprint Gmunden 1981

Michael Kefer „Beschreibung Hauptkarten des kk Salzberges zu Ischl“, 1820, Transkription Thomas Nussbaumer, Stand 13.09.2016

Anton Dicklberger „Systematische Geschichte der Salinen Oberösterreichs“, I. Band, Ischl 1807, Transkription Thomas Nussbaumer, Stand 06.2018